Ein Ort für das Dazwischen
Sofa74 ist ein künstlerischer Arbeits- und Lebensraum. Ausgangspunkt ist das Musikprojekt von Stefan P., einem Zürcher Amateurmusiker, Pianisten und Produzenten. Musik ist für ihn kein Hauptberuf, sondern ein über viele Jahre gewachsener Praxisraum. Hauptberuflich arbeitet Stefan P. seit rund 30 Jahren im Kinderschutz an unterschiedlichen Stellen und engagiert sich sozialpolitisch für Kinderrechte und Fragen des Kindeswohls, insbesondere im Migrationskontext.
Sofa74 ist jedoch nicht nur ein Musikprojekt. Es ist ebenso der Rahmen für das Kunstprojekt von Eleni P., Stefans Tochter. Ihre Arbeiten entstehen aus demselben Geist der Offenheit, jedoch nicht ausschliesslich an einem Ort. Eleni lebt in einer Institution und arbeitet regelmässig in einem Atelier an ihrem Wohnort. Dort, wie auch in den Räumen von Sofa74, entstehen ihre künstlerischen Arbeiten. Umgekehrt finden Begegnungen auch bei Besuchen von Stefan P. in ihrem Atelier und Wohnheim statt. Kunst bei Sofa74 ist damit nicht an einen festen Raum gebunden, sondern an Beziehung, Präsenz und Kontinuität.
(Ausgewählte Arbeiten von Eleni P. finden Sie auf der Seite Kunstprojekt Eleni P.).
Neben seiner beruflichen Tätigkeit lebt Stefan P. mit seiner Frau und seinen vier Kindern zusammen, von denen zwei bereits erwachsen sind. Zeit für künstlerische Arbeit ist deshalb knapp und nie selbstverständlich. Genau daraus ist Sofa74 entstanden: als Balanceprojekt, als bewusst geschaffener Raum zwischen beruflicher Verantwortung, Familie und eigener künstlerischer Praxis. Ein Ort, der Energie bündelt, ordnet und zugänglich macht – nicht als Gegenwelt, sondern als notwendiger Ausgleich.
Eine zentrale Rolle für Sofa74 spielt Evelyne L., Stefans Frau. Sie ist verantwortlich für die Gestaltung der Räume und für das Klima, in dem künstlerische Arbeit möglich wird. Mit einfachen Mitteln, schlichten Möbeln und immer wieder neuen Konstellationen schafft sie Räume, die Offenheit, Ruhe und Konzentration fördern. Diese Atmosphäre trägt die künstlerischen Tätigkeiten von Stefan P. und Eleni P. ebenso wie das gemeinsame Leben der Familie. Sofa74 ist ohne dieses Gespür für Raum, Alltag und Stimmung nicht denkbar.
Sofa74 – Kreis, Linie, Bruch
Sofa74 ist kein Künstlername im klassischen Sinn, sondern ein Arbeitsrahmen. Ein Ort, an dem Gegensätze nebeneinander bestehen dürfen: Struktur und Zufall, Jazz und Elektronik, Alltag und Offenheit. Das Projekt ist über Jahre gewachsen – ohne Eile, ohne klare Marktlogik.
Der Name Sofa74 verweist auf das Wohnzimmer als Ort zwischen Bühne und Studio: ein Raum des Hörens, Probierens und Verweilens. Die Zahl 74 steht für Stefans Geburtsjahr und für ein Interesse an Zeit, Biografie und Zahlenbezügen. Die Zahlen 7 und 4 stehen dabei nicht symbolisch im engen Sinn, sondern als Spannungsfeld – ohne Auflösung, ohne Hierarchie.
Die 11 – Spannung statt Auflösung
Die Zahl 11 spielt im Kontext von Sofa74 eine wiederkehrende Rolle. Zwei Einsen nebeneinander: parallel, eigenständig, nicht verschmolzen. Sie steht für Übergänge, Zwischenzustände und offene Prozesse. Für Stefan P. ist die 11 kein esoterisches Zeichen, sondern ein Denkmodell: das bewusste Verweilen zwischen Polen – zwischen Jazztradition und elektronischer Gegenwart, zwischen beruflicher Verantwortung im Kinderschutz und künstlerischer Freiheit, zwischen Kontrolle und Loslassen.
Pi – Kreis und Bewegung
Eng damit verbunden ist Pi (π). Eine Zahl ohne Ende, klar definiert und zugleich unabschliessbar. Sie steht für Kreisbewegungen, Wiederkehr und Abweichung innerhalb von Struktur. Auch visuell gibt es Bezüge: Nähe ohne Gleichheit, Verbindung ohne Verschmelzung.
Im persönlichen Umfeld wird Stefan P. deshalb oft Pi genannt – weniger als Spitzname, mehr als Beschreibung einer Arbeitsweise: suchend, kreisend, nicht-linear. In Sofa74 wirken Pi und 11 als Orientierungspunkte für einen offenen, aber konsequenten Umgang mit Form.
Komponieren – vom Spielen zum Klangraum
Die Arbeit an Sofa74 beginnt selten technisch. Ideen entstehen beim Spielen, auf Spaziergängen, oft lange ohne Aufnahme. Erst wenn ein musikalischer Kern über Zeit am Klavier Bestand hat, folgt die Überführung in elektronische Räume. Es entstehen Schichten, Verschiebungen und neue Bewegungen. Die Musik bleibt offen und veränderbar.
Auch wenn Sofa74 ausschliesslich mit virtuellen Instrumenten und am Computer arbeitet, entsteht alles live. Jedes Instrument wird von Hand eingespielt, ohne Quantisierung oder nachträgliche rhythmische Korrekturen. Es wird so lange gespielt, wiederholt und verworfen, bis das Zusammenspiel für Stefan P. stimmig ist. Die Technik dient dabei nicht der Optimierung, sondern dem Festhalten eines Moments, der im Spielen entsteht. Entscheidend ist nicht technische Perfektion, sondern Präsenz, Timing und körperliche Verankerung.
Verantwortung, Finanzierung und Ausblick
Sofa74 ist nicht gewinnorientiert. Allfällige Einnahmen aus den Projekten von Sofa74 fliessen transparent in Vorhaben zu Kinderrechten, Kinderschutz und Inklusion – sei es durch das Musikprojekt, zukünftige Kunstverkäufe oder andere Beiträge.
Der Fokus liegt dabei auf dem Schutz von Kindern und Jugendlichen sowie auf Projekten zur Förderung von Inklusion für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen – Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Geplant sind konkrete Projekte, die nach Möglichkeit künstlerische und soziale Arbeit miteinander verbinden. Diese werden transparent auf dieser Homepage vorgestellt. Auch freiwillige Spenden zur Unterstützung solcher Projekte sind möglich. Sofa74 versteht sich dabei als selbsttragender Rahmen: ohne Gewinnabsicht, mit klarer Zweckbindung und mit dem Anspruch, Verantwortung sichtbar zu übernehmen.
Essenz
Sofa74 ist Musik und Kunst als Haltung.
Ein Raum, der Kreativität ermöglicht.
Ein Projekt, das Verantwortung nicht trennt, sondern integriert.
Leise, beharrlich und offen für Beteiligung.
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